Praxis für Ergotherapie & Handtherapie Tanja Lederer

Handtherapie & Handrehabilitation

Handtherapie, Würzburg

Die Hand ist ein sehr komplexes Tastorgan und Greifwerkzeug. Durch ihre Funktion und Wahrnehmungsfähigkeit haben die Hände für unseren Alltag eine sehr große Bedeutung, weil wir Menschen die allermeisten Tätigkeiten mit ihnen durchführen. Meist unbewusst setzten wir diese einzigartige Funktionalität Tag für Tag ein, welche durch das Zusammenspiel komplexer Strukturen ermöglicht wird. Leider beeinträchtigen manchmal schon leichte Verletzungen diese Funktionalität, wodurch Alltag wie auch Berufsleben eingeschränkt werden.

Aus den Berufen der Physiotherapie und Ergotherapie hat sich die Handtherapie entwickelt. Sie beschäftigt sich mit der Rehabilitation der oberen Extremität und auch mit deren Auswirkung auf den kompletten Bewegungsapparat.
Dies ist der Grund, weshalb die Hände nicht als separate Einheit, sondern als Bestandteil des heilen Bewegungsapparates behandelt werden. Zum Bewegungsapparat gehört sowohl der komplette Arm als auch die Schulter und ebenso die Wirbelsäule, denn diese haben erheblichen Einfluss auf den Arm.
Der Handtherapeut und die Handtherapeutin analysieren Störungen dieser Funktionskette, um dann mit einer geeigneten Behandlung die bestehenden Beeinträchtigungen zu beseitigen und im günstigsten Fall das ursprüngliche Potenzial der Hände wieder herzustellen. Falls dies nicht möglich ist, so ist man bestrebt, das Fortschreiten der Erkrankung in den oberen Gliedmaßen aufzuhalten.

Die Befunderhebung in der Handtherapie:

Handbehandlung, Würzburg

Vor Beginn der Behandlung wird eine umfangreiche Funktionsanalyse inklusive Befundung durchgeführt. Aus der Befunderhebung und der Auslegung der Ergebnisse ergibt sich das zielorientierte Behandlungskonzept. Dabei wird die betroffene Person in ihrer Gesamtsituation erfasst, um vorhandene Beeinträchtigungen zu identifizieren, die die Lebensqualität einschränken.


Folgende Testverfahren und Messmethoden kommen zum Einsatz:

  • Gelenkmessung nach der Neutral-Null-Methode (NNM, Nulldurchgangsmethode)
  • Manuelle Funktionsuntersuchung einschließlich Bewertung des Endgefühls der Bewegung
  • Kraftmessungen
  • Zwei-Punkte-Diskriminationstest (Sensibilitätstest)
  • Funktionsfragebogen Hannover (FFbH)
  • Handfunktionstest und Muskelfunktionstest

Wer wird in der Handtherapie behandelt?

Handrehabilitation, Würzburg

Es werden Menschen mit angeborenen, traumatischen und/oder degenerativen Erkrankungen der oberen Extremität sowie deren Folgen behandelt.
Dazu gehören unter anderem folgende Krankheitsbilder:

  • Rheumatische Erkrankung
  • Fraktur (Knochenbruch)
  • Nervenverletzung
  • Sehnenverletzung
  • Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis)
  • Tendopathie (Sehnenleiden), Tendinitis (Sehnensentzündung)
  • Luxation (Verrenkung)
  • Amputation
  • CRPS Typ I (Komplexes regionales Schmerzsyndrom; früher bekannt als: sympathische Reflexdystrophie, Morbus Sudeck, Algodystrophie)
  • Morbus Dupuytren (Dupuytren-Kontraktur)
  • Verbrennungen
  • Nervenkompressionssyndrom
  • Ödem (Wassersucht)
  • Läsionen peripherer Nerven
  • Entzündliche, degenerative und/oder systemische Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis (z.B. chronische Polyarthritis, Arthrosen, juvenile Arthritis)
  • Replantation
  • Myopathie (Muskelerkrankung)

Die Behandlungsmaßnahmen in der Handtherapie:

Handbehandlung, Würzburg
  • aktive Bewegungsübungen
  • passive Bewegungsübungen
  • Übungen zur Aktivierung und Kräftigung der Muskulatur
  • Selbsthilfetraining in den Bereichen der Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL)
  • Mobilisation der Gelenke
  • Koordinationstraining
  • Behandlung von Narben
  • Ödem und Kontrakturprophylaxe
  • Arbeitstraining zur Steigerung der manuellen und handwerklichen aber auch der intellektuellen Leistungsfähigkeit
  • Übungen zur Verbesserung von Grobmotorik und Feinmotorik
  • Schreibtraining
  • Kinesiotape
  • Training zum Schutz der Gelenke
  • Thermische Behandlungen
  • Belastungstraining
  • Erstellen eines Hausübungsprogrammes
  • Übungen zur Schulung der Sensibilität
  • Desensibilisierung
  • Beratung bei der Versorgung mit Hilfsmitteln
  • Schienenbehandlung

Im Allgemeinen wird die betroffene Person zum selbstständigen Handeln und zur eigenmächtigen Bewältigung des Alltags angeleitet.

Die Behandlungsziele in der Handtherapie:

Handtherapie, Würzburg

Das Ziel der Handtherapie ist die Rehabilitation der gehandikapten Hand beziehungsweise der betroffenen Hände.
Die eingeschränkte Hand oder auch die eingeschränkten Hände sollen zum automatisierten, koordinierten und zielorientierten Gebrauch gedrillt werden, so dass die betroffene Person wieder ein möglichst großes Maß an Lebensqualität und auch größtmögliche Selbstständigkeit in sämtlichen Lebensbereichen erreicht.
Außerdem wird der Patient/die Patientin dazu angehalten, sich möglichst schonend zu bewegen, um erneute Schäden bei degenerativen Erkrankungen zu vermeiden.


Handrehabilitation, Würzburg


Aufgelistet lassen sich die Ziele folgendermaßen wiedergegeben:

  • Wiederherstellung, Erhalt, Verbesserung sowie Verfeinerung von Funktionen
  • Verhinderung von Funktionsminderungen
  • Erhaltung und Aufbau der Muskulatur
  • Verbesserung der Feinmotorik, der Koordination und auch der Geschicklichkeit
  • Erhöhung der Beweglichkeit, der Belastbarkeit und der Ausdauer
  • Wiederherstellung von Alltagsfertigkeiten
  • Erhalt und Erhöhung der Selbstständigkeit
  • Desensibilisierung von Narben
  • Desensibilisierung von Amputationsstümpfen
  • Wiedereingliederung in den Beruf (z.B. Arbeitsplatzadaptation, Computertraining)
  • Erlernen von Schutzmaßnahmen für die Gelenke, um schmerzbedingte Reaktionen zu reduzieren
  • Wiederherstellung, Erhalt und Verfeinerung des Tastsinnes und der der Sensibilität
  • Kompensation verlorengegangener Fertigkeiten sowie das Erlernen von Ersatzfunktionen
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Ergotherapie, Handtherapie & Handrehabilitation in und um Würzburg

Termine nach Vereinbarung; Hausbesuche möglich



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