Praxis für Ergotherapie & Handtherapie Tanja Lederer

Spiegeltherapie in der Ergotherapie

Die Spiegeltherapie zählt zu den Imaginationstherapien.
In der Ergotherapie wird die Spiegeltherapie bei der Behandlung von Menschen eingesetzt, die einen Schlaganfall erlitten haben oder bei der Behandlung von Phantomschmerzen nach einer Amputation. Die Spiegeltherapie wird aber auch bei Wahrnehmungs- und Essstörungen sowie Allodynie angewandt. Zudem kann sie auch Menschen mit chronischen Schmerzen (wie z.B. Morbus Sudek) helfen.
Bei der Spiegeltherapie wird das Gehirn mit Hilfe eines Spiegels getäuscht.

Wie funktioniert die Spiegeltherapie?

Spiegeltherapie, Würzburg

Zunächst setzt sich der Patient bzw. die Patientin so vor den Spiegel, dass der betroffene oder amputierte Körperteil (z.B. Hand, Arm oder Fuß) verdeckt ist und im Spiegel die funktionsfähige Hand oder auch der gesunde Arm bzw. Fuß zu sehen ist.
Sodann werden gleichzeitig verschiedene einfache Bewegungsabläufe wie beispielsweise das Heben der Hand oder Greifübungen durchgeführt, wobei der Therapeut oder die Therapeutin die betroffene Extremität unterstützt.
Beim Betrachten des Spiegelbildes entsteht der Eindruck, dass der betroffene Körperteil die Bewegungen genauso ausführt, wird das nicht betroffene Körperteil.
Diese Illusion stimuliert anscheinend bestimmte Gebiete des Gehirns, wodurch das wieder Erlernen von Bewegungen erleichtert wird.
Bei Phantomschmerzen nach einer Amputation wird der funktionsfähige Körperteil Berührungsreizen ausgesetzt. Diese Reize werden vom Gehirn nach kurzer Zeit so aufgefasst, als ob die Reize vom betroffenen Körperteil ausgesendet werden, was letztendlich zu einer Reduzierung der Schmerzen führt.

Anforderungen an die Patienten:

Um von der Spiegeltherapie profitieren zu können, sollten folgende Anforderungen erfüllt sein:

  • Aufmerksamkeit: Gezielte Aufmerksamkeit sowie Daueraufmerksamkeit sollten vorhanden sein
  • Aufgabenverständnis: Ausreichendes Verständnis der verbalen und/oder nonverbalen Anweisungen
  • Sitzstabilität: Eine aufrechte Haltung für ca. 30 Minuten sollte möglich sein
  • Kardiopulmonale Sitzstabilität: Aus ärztlicher Sicht darf der Patient bzw. die Patientin an der Therapie teilnehmen, die im Sitzen durchgeführt wird
  • Reizverarbeitung: Visuelle Reize können auf der zu behandelnden Seite wahrgenommen und verarbeitet werden.
    Probleme könnte ein ausgeprägter Neglect oder eine ausgeprägte Hemianopsie bereiten.
  • Bewegungsausmaß: Das Bewegungsausmaß des weniger betroffenen Körperteiles sollte nicht erheblich eingeschränkt sein.
    Orthopädische oder rheumatische Begleiterscheinungen bzw. Erkrankungen können Einschränkungen des Bewegungsausmaßes verursachen.
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Ergotherapie, Handtherapie & Handrehabilitation in und um Würzburg

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